Augusta Regional

Regionalgeld für Göttingen und Südniedersachsen

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

Mit einem Vortrag von Norbert Rost, Wirtschaftsinformatiker, Spezialist für Regionalentwicklung aus Dresden und Vorstandsmitglied des Regiogeld-Verbandes beginnt Augusta Regional eine Veranstaltungsreihe "Politisches Forum 2010 - Regionalisierung aktiv gemeinsam gestalten" mit Vorträgen, Diskussionen und Arbeitskreisen. 

 Die Auftaktveranstaltung unter dem Thema "Regionalisierung - eine wichtige Ergänzung zur Globalisierung? Solidarisch wirtschaften in der Region" findet am 29.Januar um 20:00 Uhr im Forum des SPD-Parteihauses, Nikolaistraße 30 in Göttingen statt.

Der Vortrag wird u.a. diese Themen behandeln und versuchen, Anworten zu entwickeln, Möglichkeiten des Handelns zu entwerfen.

„Was kommt nach dem Kapitalismus?“ könnte man angesichts der vielfältigen Krisen auf diesem Planeten fragen: Die Finanzkrise ist nur oberflächlich ausgestanden, an der finanziellen Basis des Wirtschaftssystems rumort es weiterhin und die Überlastung der öffentlichen Haushalte zeigt, daß es in den kommenden Jahren nicht besser wird. Die Umweltkrise hat mit der Klimawandeldiskussion eine neue Phase der gesellschaftlichen Wahrnehmung erreicht. Die bevorstehende Rohstoffkrise zeigte mit den Ölpreisanstiegen von 2008 erstmals ihre machtvollen Vorzeichen, auch wenn das Stichwort „Peak Oil“ bislang nur „Eingeweihten“ geläufig ist. Die Problemzonen lassen erahnen: Unser Wirtschaftssystem ist nicht geeignet, angemessene Lösungsvorschläge zu entwickeln, vielmehr wird es weiterhin auf Wachstum getrimmt.

Und doch zeichnen sich erste neue Ansätze ab, die als Bausteine einer neuen Art des Wirtschaftens dienen könnten. Ausgehend von Peak Oil, dem Höhepunkt der globalen Erdölförderung, entwickelt sich derzeit weltweit die Transition-Bewegung, eine Bewegung für den Übergang, eine lokal aktive Bürgerschaft, die sich aufmacht in eine Übergangszeit zur Neuorganisation ihrer Kommunen. Diese sollen für das Zeitalter nach dem Öl fit gemacht werden. Die Industriegesellschaft schöpfte ihre Kraft aus dem energiereichen Stoff, ohne den sie ihre heutige Gestalt nie entwickelt hätte. Künftig werden wir mit weitaus weniger billiger und transportabler Energie auskommen müssen, aber wie organisieren wir dann Verkehr, Versorgung, Wirtschaft und Gesellschaft?

Erneuerbare Energien gestalten die Energieversorgung hin zu mehr Dezentralität. Jeder kann heute sowohl Konsument als auch Produzent von Energie sein. Der Dezentralisierungsansatz führt im Ingenieurwesen zur Idee mittlerer Technologien, zu Maschinen, die klein und günstig sind und die Produktionsweisen dezentralisieren. Auf der Finanz-Ebene treten regionale Währungssysteme an, die Wirtschaftsstrukturen zu regionalisieren und damit Nähe zwischen Produzenten und Konsumenten zu schaffen. Kurze Transportwege und an die Region gebundene Kaufkraft sind die Folge. Genossenschaften werden statt Kapitalgesellschaften gegründet, um gemeinsam wirtschaftliche Ziele wie die Versorgung der Region, den Aufbau einer Verbrauchergemeinschaft oder den Betrieb eines Dorfladens zu realisieren und mögliche Gewinne in der Gemeinschaft zu halten und nicht primär zu privatisieren. Und in der Zeit nach dem Öl werden nachwachsende Rohstoffe jene Lücke füllen müssen, die das ausbleibende Öl reißt. Auch sie werden regional geerntet.

Parallel zur Globalisierung erfolgt eine Regionalisierung – die Ausrichtung von Wirtschaft & Gesellschaft in regionalen Strukturen. Die Instabilität des Finanzsystems und die Versorgungsunsicherheit durch Peak Oil erfordern neue Ansätze. Der Vortrag diskutiert, welche Bausteine sich auf regionaler Ebene einsetzen lassen, um zu neuen gemeinwohlorientierten Formen des Wirtschaftens zu kommen.

 

 

©Augusta Regional e.V. Merkelstraße 28 37085 Göttingen Tel.:0551 2934891 Fax:0551 4886257

Webdesign: goetext.de

Termine

<<  März 2010  >>
 Mo  Di  Mi  Do  Fr  Sa  So 
  1  2  3  4  5  6  7
  8  91011121314
15161718192021
22232425262728
293031    

Newsletter

Augusta Regional